Klasse R7a
„Wie lebt es sich eigentlich im Rollstuhl?“
Dieser Frage wollten 26 Schülerinnen und Schüler der R7a aus der Hans-Brüggemann-Schule nicht nur theoretisch auf den Grund gehen. Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Sylvia Fleck testeten sie einen ganzen Vormittag lang, wie es ist, sich nur mit dem Rolli fortbewegen zu können.
Dafür stellte die Firma Reha Konzept Nord aus Neumünster am Freitag, den 24.4.2009 dreizehn Rollstühle zur Verfügung. Ihr Geschäftsführer nahm sich die Zeit, gemeinsam mit einer Mitarbeiterin von der Fa. Assmann aus Kiel die Klasse einzuweisen und bei ihren Erkundungen zunächst in der Schule, später im Ortszentrum von Bordesholm zu begleiten. Für das kostenlose Angebot sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt!
Und was erlebten nun die „Rolli-Fahrer auf Probe“?
In der Schule lassen sich nahezu alle Fachräume dank eines Fahrstuhls erreichen. Eine behindertengerechte Toilette ist vorhanden, die Eingänge sind über abgeflachte Kanten erreichbar.
Im Ort war so mancher Schüler dankbar, von seinem Mitschüler geschoben zu werden (besonders im Fußgängertunnel!). Denn alleine zu fahren, „…das ist ja voll anstrengend!“
Für die Schüler, die den Rolli schoben, wurde plötzlich wichtig, auf abgesenkte Bordsteine zu achten, damit die Straße besser überquert werden konnte.
Insgesamt stellten die Schüler fest, dass in Bordesholm alle von ihnen getesteten Geschäfte, Apotheken, Banken und Ämter per Rollstuhl gut zu erreichen sind, wenn auch in den Läden einige Waren in höheren Regalen nicht erreichbar waren. Die Schüler waren jedoch darüber erstaunt, wie oft sie es mit unfreundlichen und ungeduldigen Menschen zu tun hatten. Das hatten sie so nicht erwartet!
Am Ende des Projekttages stiegen die Jugendlichen erleichtert aus den Rollis aus: „Es hat echt Spaß gemacht, aber gut, dass es nicht für immer ist!“